why emotions?

Bereits in den 90er Jahren stellte er mit seinem Buch „Descartes’ Irrtum“ Descartes’ Postulat „Cogito ergo sum. (Ich denke, also bin ich.)“ sprichwörtlich auf den Kopf und damit auch die Dominanz des Verstandes und der Rationalität sowie die Trennung zwischen Körper und Geist. Seither etabliert sich in der Wissenschaft zunehmend die Auffassung über die dominante, weil fundamentale Rolle von Emotionen¹.

  • Emotionen sind das, was „… das Wesen jeder menschlichen Existenz ausmacht“ (Wikipedia).
  • Emotionen sind das Tor zum Selbst. Die Ratio ist der Schlüssel zu diesem Tor. Sie kann das Tor zum Selbst verschließen – und öffnen. Letzteres bedeutet, Emotionen immer wieder aufs Neue bewusst zu spüren, anzunehmen und möglichst vollständig zu erfahren. Emotionen müssen nicht zwangsläufig verstanden werden. „Das Herz hat seine Gründe, von denen der Verstand nichts weiß“ (Blaise Pascal, 17. Jahrhundert).
  • Oder, um es mit Aristoteles’ Worten auszudrücken: „Educating the mind without educating the heart is no education at all.“

the ecosocial ego’s self-empowerment ist primär „educating the heart“. the ecosocial ego konzentriert sich auf die eigenen Emotionen, weil es bei self-empowerment im Kern um die Weiterentwicklung der eigenen Power geht. Emotionen, die angenehmen und die unangenehmen, sind unsere Energie, unsere treibende Kraft und potenzielle Selbstmacht.

Die Begriffe Motivation und Emotion sind inhaltlich und sprachlich eng miteinander verwandt. Motivation leitet sich von Emotion ab. Motivation (Beweggrund, Antrieb) stammt vom lateinischen movere (bewegen, anregen, antreiben). Emotion entstammt dem lateinischen motio (Bewegung, Erregung) und emovere (herausbewegen, emporwühlen).

  • Emotionen setzen uns zuerst innerlich in Bewegung. Beziehungsweise: Was uns motiviert und antreibt (oder auch hemmt), sind unsere Emotionen – und die ihnen zugrundeliegenden Bedürfnisse, Glaubenssätze und Wertvorstellungen. Emotionen sind schneller als Gedanken und zudem spürbar und deshalb mächtiger. Emotionen bestimmen das Denken. Es sind hauptsächlich Emotionen, die über unser psychisches und physisches Wohlergehen bestimmen als auch unser Verhalten stark beeinflussen.
  • Emotionen zeigen uns, was wir wollen und nicht wollen, welche Bedürfnisse wir haben und ob unsere Bedürfnisse erfüllt sind oder nicht. Unerfüllte Bedürfnisse werden beispielsweise durch Angst-, Scham- und Schuldgefühle deutlich. Werden diese Emotionen dauerhaft ignoriert und unterdrückt und ungelöst oftmals das ganze Leben hindurch unbewusst mitgetragen, bilden sie zunehmend den psychologischen Nährboden für Krankheiten und andere destruktive Folgen. Auf Dauer lassen sich Emotionen eben nicht kontrollieren. Deshalb spielen gerade diese Emotionen eine wesentliche Rolle im persönlichen Wachstum eines Menschen. Sie zeigen, wo das größte persönliche Entwicklungspotenzial (self-empowerment-Potenzial) liegt: Im Akzeptieren und (Auf-) Lösen eben dieser Emotionen – um wieder gesund zu werden beziehungsweise gesund zu bleiben.
  • Dazu gehört auch, dass unangenehme und schmerzhafte Emotionen Rückschlüsse auf diejenigen, oft unbewussten, Glaubensätze erlauben, die das eigene Leben destruktiv beeinflussen. Emotionen entspringen nämlich den eigenen Wertvorstellungen und Glaubenssätzen – über sich selbst, über die Mitmenschen und die Welt bzw. das Leben an sich.

Alle Emotionen haben einen berechtigten Grund und einen Sinn und sind für die persönliche Entwicklung gleichermaßen wertvoll und nützlich.

  • Eigentlich gibt es weder „positive“ noch „negative“ Emotionen, weder „gute“, noch „schlechte“. Eine Emotion als „positiv“ oder „negativ“ zu bezeichnen, ist eine kulturspezifische und sozialisationsbedingte subjektive Bewertung.

Allerdings können bestimmte Emotionen zu destruktiven Zuständen führen, wenn sie lange und stark genug unterdrückt und missachtet werden. Gerade das birgt starkes Potenzial für self-empowerment. Es kommt also auf das Wie, nämlich den konstruktiven Umgang mit Emotionen, an. Power erwächst aus allen Emotionen, vorausgesetzt sie dürfen sein. Das heißt, Emotionen werden (zu)gelassen, ohne dabei sich selbst oder anderen zu schaden.

Emotionen und die ihnen zugrundeliegenden Bedürfnisse sind über körperliche Empfindungen spürbar.

  • An sich ist Körper-bewusst-sein ein essenzieller Bestandteil des Selbst-bewusst-seins. Jedoch sind Fühlen, Spüren und Intuition im Gegensatz zu unserem Denkvermögen (infolge der Höherbewertung des Verstandes) eher verkümmerte Fähigkeiten.
  • Das Kultivieren der eigenen Gefühlswelt („innere Pflege“) ist für das Achten der eigenen Bedürfnisse und das Entfalten des eigenen Potenzials unbedingt erforderlich. Emotionen sind der Kompass für ein erfülltes Leben. Sie zeigen uns, was uns Freude bereitet, worauf wir Lust haben, was uns im Grunde fehlt, wonach wir uns sehnen und unsere eigenen Träume und Lebensziele.

Emotionen und unser Körper sind Ausdrucksmittel des Unterbewusstseins und Ausdruck des Selbst:

  • über die Gestik und Mimik, die körperlichen Bewegungen insgesamt sowie die Körperhaltung, die Stimme und den Tonfall etc.
  • Zwischenmenschliche Kommunikation erfolgt überwiegend unbewusst. Unsere Handlungen (und auch Nicht-Handlungen) sind zu etwa 80% unbewusst (emotional) motiviert und wahrnehmbar; Bewusstes (Rationales) hingegen, vor allem die verbale Sprache, macht nur einen Bruchteil unserer gesendeten und empfangenen Botschaften aus.

Die Pflege und Förderung der eigenen Emotionen ermöglicht den Zugang zur Intuition, der höchsten Form von Intelligenz.

  • Intuition ist umfassender, da sie aus dem vollständigen individuellen Erfahrungsschatz sowie auch aus dem evolutionären und kulturellen Erbe der Menschheit (kollektives Unterbewusstsein) schöpfen kann. Sie verfügt also über mehr Informationsquellen als ein rein rationaler Entscheidungsprozess. Genau genommen gibt es keine rein rationalen Entscheidungen. Erst die emotionale Färbung ermöglicht es, anhand vorhandener Informationen eine Entscheidung zu treffen.
  • Intuitive Entscheidungen sind schneller, qualitativ wertvoller und gesünder. Lebenszufriedenheit hängt auch von der eigenen Entscheidungsfähigkeit ab.
  • Insbesondere für die Lösung dynamischer und komplexer Probleme ist Intuition unerlässlich. Das betrifft sowohl innere Prozesse im Individuum und Zwischenmenschliches als auch den Umgang mit den ökologischen Lebensgrundlagen.
  • Intuition ist ein augenblickliches ganzheitliches emotionales Erfassen und Erkennen. „Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“ (Albert Einstein). „Alles, was zählt, ist die Intuition. Der intuitive Geist ist ein Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat“ (Albert Einstein).

Schließlich handelt es sich bei the ecosocial ego’s self-empowerment-Bausteinen – wie beispielsweise Selbstvertrauen, Selbstsicherheit, Selbstwertgefühl – vorrangig um Emotionen und Gefühlszustände. Nicht um Gedanken.

Sich den eigenen Emotionen und dem eigenen Körper zu öffnen und sie erfahren zu lernen, ist eine fortwährende Zielsetzung und zugleich das Grundelement von the ecosocial ego’s self-empowerment: Weniger denken, mehr spüren. Damit Verstand und Intuition in Einklang kommen.

 

¹ In der wissenschaftlichen Literatur wird zwischen „Emotion“ und „Gefühl“ unterschieden. Auf dieser Webseite werden beide Begriffe zur Vereinfachung synonym verwendet.

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